„Wir wollen gehört werden!“

Im Theaterstück „Aktion Mutante“ geht es um Mut, um Selbstbestimmung und darum, dass alle Menschen gleich behandelt werden sollen. Es ist ein starkes Stück, mit dem das InTaKT Festival am 16. November zu Ende ging.

von Melanie Schaller, Julian Lambauer

„Aktion Mutante“ ist ein inklusives Theaterstück von Angelina Schallerl und Tanja Peball. Das Stück wurde in Zusammenarbeit mit Schauspieler:innen der Chance B und dem Verein Clusi erarbeitet. Es geht um eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen, die genug haben und Forderungen zur Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Veränderungen stellen.
Das InTaKT Festival zeigte das Stück im Kunst Klub Kräftner. Alle Plätze waren ausverkauft. Regisseurin Angelina Schallerl stand selbst auf der Bühne, um die Rolle des kurzfristig erkrankten Schauspielers Dominik Ertl zu übernehmen. In einer Hauptrolle war auch Christina Hofer, die selbst im Rollstuhl sitzt, zu sehen.

Das Stück ist sehr besonders und wichtig. Es zeigt, welche Schwierigkeiten Menschen mit Behinderungen oft haben. Es geht um Wünsche und Probleme im Alltag, aber auch um große Fragen des Lebens, wie das Gründen einer Familie. Das Stück wirkte wie eine Geiselnahme. So bekam das Publikum eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, wenn man als Mensch mit Behinderungen lebt.
Außerdem werden die Themen Empowerment und Forderungen nach gesellschaftlicher Veränderung angesprochen. Empowerment bedeutet: Ein Mensch wird stark gemacht oder macht sich selbst stark. Es werden auch Stellen von Gewalt dargestellt. Das Stück ist nicht nur lustig, sondern auch ernst. Es macht deutlich, dass Menschen mit Behinderungen oft keine Entscheidungen selbst treffen können und dass die Gesellschaft mehr für ihre Rechte tun muss. Man sieht im Stück, wie viel Kraft und Mut die Menschen brauchen, um ihr Leben selbst zu bestimmen.

Das Spiel von Christina Hofer, Angelina Schallerl, Christoph Pauger und Martin Höfler ist sehr lebendig. Manchmal gibt es überraschende Momente, die die Zuschauer:innen zum Nachdenken bringen. An einer Stelle geht es darum, dass zwei Menschen miteinander intim sein wollen. Was in unserer Gesellschaft oft übersehen wird: Auch Menschen mit Behinderung wünschen sich Liebe und Nähe. Sie haben das Recht, verliebt zu sein und eine Partnerschaft zu haben. Dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Gefühle und Wünsche haben, wie alle anderen auch, vermittelt das Ensemble mit großer Spielfreude. Großer Applaus an alle Beteiligten!