Das Kinderbuch „Ungalli“ erzählt von Tieren, die in einer großen Dürre nach Essen suchen. Ein besonderer Baum hat viele Früchte, aber die hängen zu hoch. Mit einem geheimen Wort, das nur der Löwe kennt, können die Früchte geholt werden. Die Geschichte zeigt, wie wichtig Geduld, Ausdauer und Zusammenhalt sind.
von Pascal Striedner, Tobias Moser, Julian Lambauer
Beim InTaKT Festival gab es eine Lesung im Graz Museum. Lena Raumbaum und Marlies Hausch lasen aus dem Kinderbuch „Ungalli“ vor. Lena Raumbaum ist eine österreichische Autorin, die schon viele Bücher geschrieben hat. Marlies Hausch ist gehörlos und unterrichtet Gebärdensprache an Schulen.
Das Besondere an der Veranstaltung war das Format: Es wurde in Lautsprache und Gebärdensprache vorgelesen. Dadurch wurden die Bilder und Stimmungen des Buches auf einzigartige Weise spürbar. Die anwesenden Kinder und Erwachsene konnten erfahren, dass es unterschiedliche Formen des Erzählens gibt und dass alle Sprachen gleich viel wert sind.
Das Buch „Ungalli“ handelt von einer bunten Herde, voll mit verschiedenen Tieren. Es geht um einen Baum, eine Gazelle, einen Elefanten und eine Schildkröte. Es gibt eine große Dürre. Das heißt: Es regnet lange nicht. Alle Tiere wollen weggehen, weil sie nichts mehr zu essen finden. Nur der Löwe bleibt. Er sitzt unter einem großen Baum. Der Baum hat viele Früchte. Diese Früchte sind lecker und machen satt. Aber sie hängen sehr hoch oben am Baum. Keines der Tiere kann sie erreichen. Nur wenn man den Namen vom Baum sagt, kommen die Äste nach unten. Das besondere Wort kennt nur der Löwe. Das Wort ist: „Ungalli“.
„Ungalli“ erzählt davon, dass wahre Stärke oft in Geduld, Ausdauer und der Kraft der Wiederholung liegt. Die Geschichte zeigt, dass nicht immer Schnelligkeit oder körperliche Überlegenheit zum Ziel führen, sondern die ruhige Beständigkeit, mit der man Schritt für Schritt weiterkommt.
Lena Raubaum machte die Lesung durch ihre Mimik erlebbar und bezog alle Zuhörer:innen mit ein. Die Zusammenarbeit mit Marlies Hausch – die die Geschichte in Gebärdensprache erzählte – ergab eine Vorstellung, die wahrlich allen gefiel! Das Publikum jubelte auf drei Arten: in Zeitlupe, in Gebärdensprache und mit wilden Gesten. Die Gebärden für „Schildkröte“ und „Gazelle“ sowie noch weitere wurden gezeigt. So konnten alle mitmachen und gemeinsam etwas lernen, egal wie viel sie schon über Gebärden wissen.
Nach der Lesung konnten die Menschen im Publikum Fragen stellen. Sie konnten auch sagen, was ihnen gefallen hat oder was sie nicht gut fanden. Jede Meinung war willkommen.
